Pressemitteilung - Kiel plant Streichungen bei Kulturförderung – Gaarden trifft es besonders
Die Stadt Kiel hat im Haushaltsentwurf 2027 umfangreiche Kürzungen bei Kulturförderprogrammen beschlossen. Die Kulturinitiative Gaarden kritisiert dies als Widerspruch zu den Kieler kulturpolitischen Leitlinien und mahnt nachhaltige Förderung ein.
Sie kritisiert vor allem:
- Aussetzen des Programmes „Gemeinsam Kiel Gestalten“
- Kein Geld für „Interventionistische Kunst in Gaarden“
- Der Fonds zur Förderung Kieler Kultureinrichtungen wurde um 50.000 Euro auf 100.000 Euro gekürzt. 2026 wurde kein Geld bewilligt.
Im Vergleich zur Planung des Vorjahres wurden für 2027 allein bei den drei großen Töpfen (Interventionistische Kunst, Gemeinsam Kiel Gestalten, Kulturfonds) insgesamt 250.000 Euro zusätzlich gestrichen oder gekürzt.
Es ist im Kulturbereich nicht möglich mehrere Jahre einfach zu überbrücken Kultur benötigt eine kontinuierliche Förderung. In den Kulturpolitischen Leitlinien der Stadt Kiel von 2018 ist dies deutlich formuliert worden:
- Kunst und Kultur wird von der Landeshauptstadt Kiel nicht als freiwillige Leistung, sondern als selbstverständliche Pflicht einer demokratischen Gesellschaft und als Teil der Daseinsvorsorge begriffen.
- Zugang zu Kunst und Kultur gehört zu den Grundbedürfnissen, auf deren Erfüllung alle Menschen ein grundsätzliches Anrecht haben, und zwar barriere- und diskriminierungsfrei. Kulturelle Bildung wird als eine vorrangige öffentliche Aufgabe angesehen.(Handlungsschwerpunkt).
Diese Schwerpunktsetzung macht klar, dass die Kürzungen im Kulturbereich der letzten Jahre den selbstgesetzten Grundsätzen widersprechen. Und insbesondere da andere Bereiche, die nicht diesen Schutzstatus besitzen, eine deutliche Aufstockung im Haushaltsentwurf erfahren haben.
Thilo Pfennig von der Kulturinitiative sagt:
„Speziell für Gaarden erinnern wir daran, dass hier die Herausforderungen größer sind, als in anderen Stadtteilen. Wir fordern die Stadt Kiel dazu auf, für den Haushalt 2027 auf Kürzungen im Kulturbereich ganz zu verzichten, aber insbesondere nicht in Gaarden den Rotstift anzusetzen! Kultur verdient eine nachhaltige und verlässliche Förderung mit einer Schwerpunktsetzung. Es kann nicht sein, dass Fördertöpfe willkürlich ausgesetzt oder gestrichen werden.“
Die Kulturinitiative Gaarden, 2023 gegründet, setzt sich für eine Kultur von Allen für Alle in einem diversen Stadtteil ein. Ihre Ziele sind: Kultur erfahrbar machen, Kommunikationsfähigkeit fördern, Stimmen Gehör verschaffen und Räume für gemeinsame Nutzung schaffen. Sie ist Mitglied im Kieler Dachverein WildBox für Kultur und Nachhaltigkeit e.V. sowie im LesenetzSH.