Der Name „Gaarden“
Der Name „Gaarden“ bürgerte sich im Laufe des 15. Jahrhunderts für beide Orte ein. Der Grund dafür war, dass in dieser Zeit große landwirtschaftliche Flächen als Nutzgärten (niederdeutsch: Goarn = Garten / eingehegtes Grundstück) an die Kieler Bürger verpachtet wurden. Zuvor hießen die beiden eigenständigen Dörfer Hemminghestorp (im Osten) und Wulvesbrok (im Süden). Die Bezeichnungen „Süd“ und „Ost“ gab es damals noch nicht. Stattdessen unterschied man die beiden Orte jahrhundertelang anhand ihrer Besitzer als Klösterlich Gaarden und Fürstlich Gaarden. Getrennt waren sie durch die Mühlenau. Die chronologische Entwicklung und Namensänderungen stellen sich für beide Gebiete wie folgt dar:
| Zeitraum | Gaarden-Ost (nördlich/östlich der Mühlenau) | Gaarden-Süd (südlich der Mühlenau) |
|---|---|---|
| Ab 1233 (Mittelalter) | Hemminghestorp (Erste Erwähnung im Besitz des Klosters Preetz) | Noch nicht offiziell erwähnt oder existent. |
| Ab 1402 / 1462 | Weiterhin Hemminghestorp | Wulvesbrok (auch Wulvesbrooke) (Erste Erwähnung; benannt nach dem Adligen Marquard Wulff) |
| Ab dem 15. Jahrhundert | Klösterlich Gaarden (Der Name Gaarden bürgert sich wegen der verpachteten Gärten ein) | Fürstlich Gaarden (Bürgert sich ebenfalls ein; benannt nach dem Landesherrn, dem holsteinischen Fürsten) |
| 1901 | Kiel-Gaarden (Eingemeindung in die Stadt Kiel. Der Zusatz „Klösterlich“ fällt weg) | Weiterhin eigenständig als Fürstlich Gaarden (bzw. Landgemeinde Gaarden-Süd) |
| 1910 bis heute | Gaarden-Ost (Spätere offizielle Quartiersfestlegung zur Unterscheidung vom Süden) | Gaarden-Süd (Eingemeindung nach Kiel gemeinsam mit Hassee) |